»Deutschlands wunderbarstes und sinnvollstes Lesefest!«
DIE ZEIT

15. »Frankfurt liest ein Buch« 22. April bis 5. Mai 2024

Florian Wacker: Zebras im Schnee (Berlin Verlag)

Im 15. Jahr Frankfurt liest ein Buch stand mit Zebras im Schnee von Florian Wacker erstmals ein Roman im Zentrum, der erst kurz Beginn des Lesefestivals erschien. Damit wurde das ausgewählte Buch von den Leser:innen aus Frankfurt und Umgebung mit als erstes gelesen und konnte dann gleich noch sinnlich entdeckt werden: bei Autorengespräch und -lesung, an Schauplätzen des Romans, mit Musik, Tanz, Film, Kunst, Diskussion und Vortrag. Beispiellos war die Menge an Referenzen auf Orte, historische Persönlichkeiten und Ereignisse im diesjährigen Festivalroman und die damit verbundenen Möglichkeiten, die Stadt, ihre Geschichte und Berühmtheiten vorzustellen oder zu erinnern. Das Neue Bauen und Stadtentwicklung, die Goldenen 1920er in Frankfurt und vergessene Künstlerinnen, Fotografinnen der 1920er Jahre sind nur einige Aspekte, die betrachtet wurden.

Das 15. Lesefestival in Zahlen: Vom 22. April bis 5. Mai 2024 haben 107 Veranstaltungen in Frankfurt und Rhein-Main-Gebiet stattgefunden. Die Spannbreite der Besucherzahlen schwankte bei unterschiedlichen Räumen und Orten zwischen 12 und 400 (plus Zuschauer:innen im Live-Stream). Die Veranstaltungen waren durchgehend sehr gut besucht bis ausgebucht. Viele Interessierte haben verschiedene Angebote wahrgenommen. Insgesamt ist mit einer Gesamtbesucherzahl von 9.000 zu rechnen. Florian Wacker hat an 30 Veranstaltungen teilgenommen, darunter sechs von und mit Schüler:innen, und mit bis zu drei Terminen am Tag. Alle Veranstaltungen mit dem Autor waren ausverkauft bzw. voll belegt.

Das PDF mit dem Programm von Frankfurt liest ein Buch 2024 finden Sie hier. Bildmaterial und Berichte von vielen Veranstaltungen finden Sie unten und auf unseren Social Media-Kanälen Instagram frankfurt_liest_ein_buch und Facebook anschauen.

 

Das Buch 2024 – Zebras im Schnee

»Freiheit, denkt sie, ist nicht umsonst zu haben.« Florian Wacker, Zebras im Schnee

Im Mittelpunkt der 15. Ausgabe von Frankfurt liest ein Buch steht der Ende März 2024 erscheinende Roman Zebras im Schnee (Berlin Verlag). Setting ist das Frankfurt der 1920er und 1930er Jahre und zentral sind Architektur, Fotografie und Kunst der Zeit. Der in Frankfurt lebende Autor Florian Wacker erzählt von der Vergangenheitsreise eines New Yorker Kunsthistorikers: Bei seinen Recherchen für eine Ausstellung über das Bauhaus-nahe Stadtplanungsprogramm Neues Frankfurt stößt Richard Kugelman auf ein Ende der 1920er Jahre aufgenommenes Foto seiner Mutter Franziska. Fotografin ist eine gewisse Ella Burmeister. Immer tiefer taucht er während einer Reise in die Main-Metropole in ihre Lebensgeschichte ein – würde er mehr Material von dieser nach dem Krieg vergessenen Künstlerin finden, wäre seine geplante Ausstellung nicht weniger als eine Sensation. Doch was verband die beiden Frauen? Und warum hat Franziska nach ihrer Flucht in die USA 1933 nie wieder von Ella und der gemeinsamen Zeit in Frankfurt gesprochen? Richard gerät schließlich in eine Geschichte hinein, die auch sein Leben für immer verändert.

Florian Wacker: Zebras im Schnee
Berlin Verlag
978-3-8270-1486-3 € 24,00
Gebunden mit Schutzumschlag, 384 Seiten
Erscheinungstermin: 28.03.2024

 

Der Autor - Florian Wacker

 (c) Melina Mörsdorf

Florian Wacker, geboren 1980 in Stuttgart, studierte Heilpädagogik und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er arbeitete in der Behindertenhilfe, der Kinder- und Jugend­psychiatrie und der Jugendhilfe. Florian Wackers Romane erscheinen im Berlin Verlag, seine Krimis im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Gelegentlich schreibt er auch fürs Theater. Neben seiner Arbeit als Autor konzipiert und entwickelt Florian Wacker seit 2010 Websites. Für seine literarischen Arbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, u.a. wurde er mit dem Robert Gernhardt Preis für Weiße Finsternis (2021) ausgezeichnet. Florian Wacker lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. www.florianwacker.de

 

Die Veranstaltungen 2024 im Rückblick

Im Folgenden zeigen wir eine kleine Auswahl der 107 Veranstaltungen, die im Rahmen von Frankfurt liest ein Buch 2024 stattgefunden haben. Die ausverkaufte Eröffnungsveranstaltung fand mit knapp 400 Besucher:innen in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt und im Live-Stream statt. Generaldirektor Frank Scholze eröffnete für die DNB, Stadträtin Ina Hartwig sprach für die Stadt Frankfurt am Main, die Verlegerin Felicitas von Lovenberg für den Piper Verlag und Sabine Baumann für den Verein Frankfurt liest ein Buch.

Zu den sieben Vorleser:innen aus Zebras im Schnee zählten Zoodirektor a. D. Manfred Niekisch, der Architekt und Stadtplaner Christoph Mäckler, die Buchhändlerin, Übersetzering und Enkelin von Martin Elsaesser, Regine Elsässer, sowie die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins Franziska Nori. Florian Wacker selbst stimmte auch auf das Festival ein. Die Aufzeichnung finden Sie in unserem Youtube-Kanal.

 Felicitas von Lovenberg, Verlegerin Piper Verlag, am Pult

V.li.n.re.: Frank Scholze, Manfred Niekisch, Franziska Nori, Florian Wacker, Christoph Mäckler, Regine Elsässer, Sabine Baumann, Brigitte Leistikow, Sandra Kegel, Julius Thomas

Außerordentlich abwechslungsreich und vielfältig waren in diesem Jahr die Veranstaltungsorte und die Fülle an Kooperationspartner:innen. Durch die Vielzahl an Referenzen zu Handlungsschauplätzen und historischen Figuren innerhalb des Romans Zebras im Schnee (Berlin Verlag) konnten besonders originelle Orte bespielt werden.

Am 24. April las Florian Wacker etwa in der Europäischen Zentralbank Textstellen, wo die Protagonistin Ella den Bau der Großmarkthalle fotografiert. Zu Gast waren in der EZB auch die Fotografen Robert Metsch und Walter Vorjohann, die über ihre Erfahrungen beim Fotografieren der Großmarkthalle sprachen. Im Anschluss gab es die Möglichkeit, mit Konrad Elsässer, Nachfahre von Martin Elsaesser, ins Gespräch zu kommen.

Vor der Europäischen Zentralbank: Jennifer Maurer (Piper Verlag), Gisela Thomas (Vereinsbüro), Florian Wacker, Sabine Baumann und Silke Haug (Vereinsvorstand)

(c) Felix Schmitt for ECB

Am 27. April fand eine Lesung mit anschließendem Apéro mit Florian Wacker in der Villa Elsaesser in Ginnheim statt: dem damaligen Wohnhaus von Martin Elsaesser und heute Residenz des Schweizer Generalkonsuls. Mit von der Partie auch Konrad Elsässer als Nachfahre von Martin Elsässer.

Gisela Thomas (Vereinsbüro), Florian Wacker, Konrad Elsässer

Der Kuhhirtenturm am Sachsenhäuser Mainufer, war Wohnstätte des Komponisten Paul Hindemith, der zum Personal in Zebras im Schnee gehört. Das Hindemith Institut Frankfurt hat im Rahmen von Frankfurt liest ein Buch 2024 zwei Veranstaltungen im Hindemith Kabinett im Kuhhirtenturm organisiert: eine Führung mit anschließender Lesung zweier Schauspielstudentinnen am 27. April sowie ein Kammerkonzert am 28. April.

Am 28. April war Florian Wacker im Kulturpavillon Fechenheim zu Gast. Lesepassagen wechselten mit Musik von der Sängerin Gabriele Kentrup. Der Verein PolymerFm hat zusätzlich noch Tafeln zum naheliegenden Gartenbad Fechenheim präsentiert, dessen Bau in Zebras im Schnee durch die Protagonistin Ella fotografisch begleitet wird.

Beim 15. Lesefestival ging es aufgrund des im Roman Zebras im Schnee besonders präsenten Themas Neues Bauen in diverse Siedlungen des Neuen Frankfurts, wie u.a. die Römerstadt, wo am 1. Mai die ernst may-gesellschaft durchs mayhaus führte und Florian Wacker aus den Zebras im Schnee las.

Christina Treutlein, Geschäftsführerin ernst-may-gesellschaft, und Florian Wacker

Um Städtebau zu Zeiten des Neuen Frankfurts und heute, 99 Jahre später, ging es im Deutschen Architektur Museum im Ostend am 25. April. Aufgegriffen wurde das Thema Stadtentwicklung aber auch etwa am 23. April in der St. Bonifatiuskirche bei einer Veranstaltung der Fabrik - Kulturwerk Frankfurt mit u. a. DW Dreysse.

Die Künstlerin Ottilie W. Roederstein lebte und wirkte lange Zeit in Hofheim mit ihrer Frau Elisabeth Winterhalter. Die Begegnungen der Protagonistin Ella mit Ottilie Roederstein zählen zu den schönsten Szenen in Florian Wackers Roman. Wegen der großen Nachfrage hat der Kunstverein Hofheim gleich zwei Veranstaltungen in dem ehemaligen Atelierhaus Roederstein in Hofheim organisieren können. Neben der Lesung mit Florian Wacker hat der heutige Besitzer des Hauses, Mark Wahrenburg, viel über die Malerin und den Architekten des Hauses erzählen können.

Birgit Müller-Muth, Kunstverein Hofheim, und Florian Wacker

Ein nur auf den ersten Blick ungewöhnlicher Ort für eine Veranstaltung im Rahmen von Frankfurt liest ein Buch war 2024 der Leica Store. Mit der Leica 1 entdeckt die Protagonistin Ella die Neue Welt. Die revolutionäre Leica spielt im Roman auch eine Rolle im Kontext der Kontroverse um den Kunstanspruch der Fotografie. Florian Wacker las am 4. Mai aus den Zebras im Schnee und sprach mit Sabine Baumann, 1. Vorsitzende Frankfurt liest ein Buch.

Die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky gehört zum Personal des Romans Zebras im Schnee. Eine Führung durch das Lager der Frankfurter Küchen, die sie erfunden hat!, wurde am 5. Mai durch die ernst may-gesellschaft ermöglicht. Das ehemalige Neckermannlager in Fechenheim wurde wegen der großen Nachfrage gleich zweimal für die Besucher:innen des Festivals geöffnet. Kundig geführt und mit Bildmaterial unterlegt haben Peter Paul Schepp und Roswitha Väth.

Bei Frankfurt liest ein Buch 2024 gab es besonders viele Stadtspaziergänge in allen Ecken Frankfurts. Zentral dabei waren die Siedlungen des Neuen Bauens, die in Zebras im Schnee gerade entstehen: Praunheim, Römerstadt, Bornheimer und Ginnheimer Hang - Angebote hierzu gab es u.a. von Eschborn K. Außerdem fanden etwa Führungen auf den Spuren der 1920er Jahre in der Innenstadt statt, bspw. von Kulturothek Frankfurtladen.

Ein Schauplatz des Festivalromans ist Zickzackhausen und damit die Siedlung Bruchfeldstraße. Der Verein CoLibris e.V. in Niederrad hat am 26. April eine Lesung mit Florian Wacker genaut dort organisiert und mit einem Stadtteilhistoriker durchs Viertel geführt.

Einen architektonisch-literarischen Spaziergang durch Praunheim führte Petra Schwerdtner von kunstkontakt am 27. April. Die Führung ging durch diese Großwohnsiedlung des Neuen Bauens und endete im Garten bei Apfelwein und Brezeln.

Eine Spurensuche am Höhenblick: Christiane Boehm-Kochanski hat durch die Straße geführt, wo Florian Wackers Romanfiguren Ella und Max gewohnt haben (könnten). Die Teilnehmer:innen der Führung bekamen Einblicke und Anekdoten zu hören und konnten ein Haus samt Dachterrasse besichtigen. Textstellen aus den Zebras im Schnee las Brigitte Leistikow (projektHaus Leistikow) - und damit waren zwei Nachfahrinnen von Zeitzeugen (Herbert Boehm und Grete Leistikow) bei dieser zweifach ausgebuchten Führung mit Lesung beteiligt.

Sabine Börchers, bei den Frankfurter Stadtevents bekannt u.a. für ihre Führungen Babylon am Main, führte mehrmals auf den Spuren des Nachtlebens bzw. den Goldenen Zwanzigern durch die Innenstadt. Dabei stellte sie etliche Schauplätze des Romans vor, Tanz- und Feierpaläste genauso wie etwa den Ort des Fotoatelier der Schwestern Nini und Carry Hess.

Bei Frankfurt liest ein Buch 2024 waren zahlreiche Museen beteiligt: das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank war mit Vortrag und Lesung von Tim Frühling (hr) dabei, das Museum für Kommunikation rückte die dem Festivalroman immanente Kontroverse um den Kunstanspruch der Fotografie in den Mittelpunkt, das Deutsche Filmmuseum zeigte Filme der Zeit und das Deutsche Architektur Museum beteiligte sich mit einer Diskussion zur Stadtplanung damals wie heute.

Florian Wacker, Martin Maria Schwarz (hr) und Margret Baumann (Chefredakteurin Das Archiv) auf dem Podium im Museum für Kommunikation am 23. April.

Eine vom Verein Frankfurt liest ein Buch initiierte Kooperation fand am 1. Mai im MGGU - Museum Giersch der Goethe-Universität statt: Sabine Börchers von den BücherFrauen Frankfurt/Rhein-Main führte mit der Kuratorin und Kennerin des Neuen Frankfurts, Ulrike May, über Frankfurter Fotografinnen der 1920er Jahre.

Ulrike May und Sabine Börchers im MGGU

Auch in diesem Jahr waren viele Schüler:innen bei Frankfurt liest ein Buch dabei. Das Haus am Dom hatte Schulklassen zu Lesung und Gespräch mit Florian Wacker eingeladen. Im Museum Eschborn und an der St. Angela-Schule in Königstein haben Schüler:innen jeweils Ausstellung mit Autorenbegegnung organisiert. An der Josephine Baker-Gesamtschule traf Florian Wacker morgens Schüler:innen und abends las eine Sprecherin abwechselnd mit Musik vom Lehrerorchester. Im Albert-Einstein-Gymnasium Maintal und in der Ziehenschule Eschersheim gab es jeweils Lesung und Gespräch mit dem Autor.

Ausstellung an der St. Angela-Schule in Königstein

Am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium am 29. April haben Schüler:innen eines  Kunst-Leistungskurses zusätzlich zu Lesung und Podiumsgespräch noch Live-Painting dargeboten.

Die im Festivalroman geschilderten Salons haben verschiedene Veranstalter:innen aufgegriffen. Im Frankfurter Salon gab es etwa am 3. Mai eine Lesung von Rolf Birkholz und am Piano spielte Antonina Shepeleva.

Die Frankfurter Stadtführerei hat am 27. April im Restaurant Margarete in der Frankfurter Altstadt einen Literarischen Salon mit Menü verbunden. Margarete Schütte-Lihotzky, Erfinderin der Frankfurter Küche und Namensgeberin des Restaurants, gehört auch zum Personal des Festivalromans. Gutes Essen und Gespräche, mit Anregungen von drei Gästinnen und durch Lesungen aus dem Festivalroman von Florian Wacker. Das Menü war beeinflusst vom historischen Hintergrund der Zebras im Schnee.

Im projektHaus Leistikow haben unter der Regie von Brigitte Leistikow 15 Künstler:innen den Gästen ein Fest mit Tanz, Live-Musik, Lesung, eine Zeichenklasse mit Modell, eine Theaterperformance uvm. geboten. Angelehnt war die Party an ein Romankapitel, wo bei den Fotografinnenschwestern Nini und Carry Hess eine Gruppe Künstler ausgelassen feiert.

  © Mariia Bykova

Ein Werkstattgespräch zur Vorgeschichte des Festivalromans hat am 24. April im Literaturhaus Frankfurt stattgefunden. Über das Entstehen der Zebras im Schnee sprachen der Literaturagent Sebastian Richter vom Verlag der Autoren, Florian Wacker und sein Lektor Andreas Paschedag vom Berlin Verlag.

Einige Veranstalter haben verschiedene Disziplinen zusammengebracht. So etwa die Romanfabrik beim Audiowalk mit einer Lesung aus Zebras im Schnee, Tanz, Schauspiel und Musik. Mit dabei die Schauspielerin Katharina Bach, die Tänzerin Katharina Wiedenhofer und Romanfabrikleiter und Musiker Gregor Praml. Für den Kooperationspartner Frankfurter Rundschau stand zum Schluss auch noch ein Interview von Oliver Teutsch mit Florian Wacker auf dem Plan.

Oliver Teutsch und Florian Wacker am 3. Mai in der Romanfabrik

Eine Ausstellung in der Galerie Falkenhan über die 1920er-Jahre-Ausnahme-Designerin Lilly Reich, die es nicht mehr ins Programmheft geschafft hatte, wurde von einer Lesung aus Florian Wackers Zebras im Schnee begleitet.

(c) Cornelia Falkenhan

Filmvorführungen gab es beim 15. Frankfurt liest ein Buch im Kino des DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, aber auch im Filmforum Höchst. Gezeigt wurde, was die Protagonist:innen der Zebras im Schnee selbst im Kino schauen oder aber Filmmaterialien der Zeit und zur Zeit.

An vielen Veranstaltungsorten wurde Lesung mit Musik kombiniert. Einige Beispiele: im Neuen Theater Höchst las Birgitta Assheuer aus Zebras im Schnee und die Pianistin Elvira Plenar spielte am Konzertflügel passende Musik, in der St. Katharinenkirche an der Hauptwache gab es neben der Lesung von Stefanie Köhler noch Stücke u.a. von Paul Hindemith zu hören, die Martin Lücker an der Riegerorgel spielte. Im habel.elf las Rolf Mütze aus dem Festivalroman zu Musik der Musikschule 88 Tasten, im Filmklubb Offenbach gab es nach der Lesung von Florian Wacker noch eine 1920er-Jahre-Disko und in der Josephine Baker-Gesamtschule las die Sprecherin Marit Beyer, während das Lehrerorchester musizierte. Auch dabei war wieder die Boutique Peggy Sue Vintage mit Lesung, Musik und einem Vortrag über die Mode der Zeit.

  Lehrerorechester Josephine Baker-Gesamtschule am 2. Mai

Neben festen Veranstaltungsorten gibt es jedes Jahr einzelne Personen, die ein eigenes Programm zum Festivalroman entwickeln und an unterschiedlichen Orten vorstellen. Dazu zählt zum Beispiel Maria Niesen, die als Privatperson in Nachbarschaftszentren, Seniorencafés oder Stadtteilbibliotheken in diesem Jahr Zebras im Schnee von Florian Wacker vorgestellt hat.

Maria Niesen im Paulinum (c) PAREA gGmbH

Dazu zählt aber auch etwa der Schauspieler und Kabarettist Jo van Nelsen, der mit seinen Grammophonlesungen 2024 »Fräulein, pardon!« - Der Soundtrack zu »Zebras im Schnee« an etwa zwölf Orten vorgestellt hat, darunter das vielleicht kleinste Theater Deutschlands: das Zimmertheater t-raum in Offenbach. Darunter aber auch ein ganz neuer Veranstalter bei Frankfurt liest ein Buch: Kammermusik & Literatur am Feldberg am 4. Mai.

Jo van Nelsen bei Kammermusik & Literatur am Feldberg (c) Esther Groh

Die Schauspielerin Andrea Wolf hat auch in diesem Jahr den Festivalroman in ihrer eigenen Lesefassung an verschiedenen Orten präsentiert. Neben demFrankfurter Künstlerclub im Nebbienschen Gartenhaus und der Andreasgemeinde in Eschersheim war sie dieses Mal auch am 26. April im Pfälzer Schloss in Groß-Umstadt zu Gast (s. Fotos).

Die Bibliothekarin Gabriele Fachinger hat an verschiedenen Orten über Frauen in Kunst und Architektur der 1920er und 30er Jahre gesprochen und den Roman Zebras im Schnee vorgestellt, u.a. am 24. April im Kino CasaBlanca Arthouse in Bad Soden, eine Veranstaltung der Bücherstube Gundi Gaab (Foto).

Auf konkrete Spurensuche nach vergessenen Künstler:innen im Rhein-Maingebiet ging es übrigens in der von LiteraTouren.kultur organisierten Veranstaltung in der Portstrasse Jugend & Kultur in Oberursel am 25. April.

Beteiligung und Kreativität der Besucher:innen von Frankfurt liest ein Buch war 2024 u. a. gefragt bei einem mehrtägigen Fotokurs von Hartmuth Schröder an der Volkshochschule Frankfurt sowie bei einer Literarischen Schreibwerkstatt mit der Autorin Sonja Rudorf im Eschborn K.

Eine Tradition von Frankfurt liest ein Buch ist viele Jahre lang die Lesung der Oberbürgermeisterin Petra Roth im Haus am Dom gewesen. In diesem Jahr war nun Oberbürgermeister Mike Josef erstmals mit einer Lesung dabei und hat sich am 25. April mit Oberbürgermeisterin Petra Roth a.D. über den Festivalroman und seine Themen unterhalten.

Neben Musik, Vortrag, Lesung und Buchpräsentation, außerordentlich vielen Stadtspaziergängen gab es also beim 15. Lesefestival auch viel 1920er-Jahre-Musik, Kunst, Musik, Tanz und Salonkultur.
 
 
Tatsächlich wurde aber auch 2024 wieder viel mit neuen Veranstaltungsformaten experimentiert. Neu waren etwa Audiowalks, Live Painting und ein Live-Podcast mit dem Content Creator Mirco Becker (Instagram »Damals in Frankfurt«), der in Buchhandlung Ypsilon mit Florian Wacker am 2. Mai darüber sprach, wie man einen historischen Frankfurtroman schreibt. Viele, weitere Buchhandlungen waren am Festival beteiligt, ob mit eigener Veranstaltung oder mit Büchertisch, ob mit oder ohne Florian Wacker: Bücherstube Klinger in Hainburg, Buchhandlung Schutt, Buchhandlung Weltenleser uvm.
 
Live-Podcast mit Mirco Becker und Florian Wacker in der Buchhandlung Ypsilon
 
Eine Lesung im Freien bzw. Grünen hat der Vereins Bürgerinitiative für den Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark e.V. organisiert: in einem Garten am Rande des Günthersburgparks wurd am 4. Mai aus Zebras im Schnee gelesen.
 

 

Zum 2. Mal bei Frankfurt liest ein Buch war dieses Jahr die Volkshochschule Frankfurt mit einem Fotokurs dabei. Die Lektorin Sabine Rock hat in den Festivalroman eingeführt und der Fotograf Hartmuth Schröder hat sich mit zehn Teilnehmer:innen – angeregt durch Zebras im Schnee von Florian Wacker – mit der Kamera auf die Spuren des Neuen Frankfurt begeben. Mit dem Bildmaterial entstanden Entwürfe für Plakate, Titelseiten und Zeitschriften-Doppelseiten mit und ohne Typografie. Hier ein paar Eindrücke der Ergebnisse:
Oliver Plätzer
 
Tobias Roeser
 
Annett Strickmann
 
Eva Jungwirth-Jahns
 
Petra Vierheller
 
Susanne Kohl

 

Am Sonntag, 5. Mai 2024, fand dann im Zoogesellschaftshaus der Abschlussabend des jährlich stattfindenden Lesefestivals Frankfurt liest ein Buch statt. Florian Wacker hat im Gespräch mit der Moderatorin, Journalistin und Autorin Bärbel Schäfer die letzten zwei Wochen Revue passieren lassen. Aus dem Festivalroman Zebras im Schnee las die Schauspielerin Anna Böger Textpassagen, u.a. das Kapitel aus dem Zoo Frankfurt. Mit von der Partie war das Gypsy-Swing Trio Django Mobil, das Musik aus den 1920er Jahren spielte.

Sabine Baumann, 1. Vorsitzende Frankfurt liest ein Buch e.V.

Anna Böger

Django Mobil