»Deutschlands wunderbarstes und sinnvollstes Lesefest!«
DIE ZEIT

10. »Frankfurt liest ein Buch«   6.-19. Mai 2019

Zum zehnten Lesefest bot der Roman Westend im Jubiläumsjahr von »Frankfurt liest ein Buch« ein Füllhorn an Möglichkeiten für Veranstaltungen im Stadtgebiet und der Region, denn seine Schauplätze beschränkten sich natürlich nicht aufs Westend. Große Teile Frankfurts bis nach Kronberg in den Taunus und vom Osthafen und Fechenheim am Main entlang nach Kahl kamen in den Blick.

Zum ersten Mal stand bei »Frankfurt liest ein Buch« die Nachkriegszeit im Fokus, eine Epoche voller Umbrüche, die geprägt ist von den heftigen Nachwehen des Krieges und dem bereits aufscheinenden  Wirtschaftswunder. Über 80 Veranstaltungen widmeten sich Westend und seinen großen Themen Architektur, Immobilien, Kunst und Wiederaufbau auf vielfältigste Weise.

Zum 10-jährigen Jubiläum fand eine Ausstellung in der Zentralbibliothek der Frankfurter Stadtbücherei statt.

Das Programmheft finden Sie hier

 

Das Buch – Westend

Eduard Has sieht sich als Glückskind: Der Krieg hat seine Heimatstadt zwar gründlich zerstört, aber das eröffnet der eigenen Immobilienfirma im Frankfurter Westend ungeahnte Chancen. Seinen Erfolg adelt er mit einer stattlichen Sammlung des eben noch verfemten Expressionismus, neben die kühl-elegante Ehefrau tritt eine sinnliche Geliebte, die Tochter Lilly betet er an. Warum nur kann das Leben nicht ewig so weitergehen?

Westend spielt in dem in der Gründerzeit erbauten Frankfurter Stadtteil, der zwischen Palmengarten und der Alten Oper liegt. Im Geist der großen europäischen Gesellschaftsromane ist sein eigentlicher Gegenstand die Stadt mit ihren Bürgern aller Schichten. Durch die reiche Farbigkeit seiner Erzählung lässt Martin Mosebach im Schicksal der Figuren eine ganze Epoche deutscher Nachkriegsgeschichte lebendig werden: Spekulanten und Kunsthändler, Müllsammler, Hausmeister und Putzfrauen, die letzten Vertreter Altfrankfurter Bürgerlichkeit und ein jugendliches Liebespaar, das an den Sünden der Väter trägt und sie zu überwinden lernt. Ein fabelhaftes Epos über die Verwandlung einer städtischen Gesellschaft in den Aufbaujahren der Bundesrepublik – und ein Hauptwerk Martin Mosebachs, das, vor beinahe dreißig Jahren weitgehend unbeachtet erschienen, jetzt neu zu entdecken ist.  

Martin Mosebach
Westend
Roman
ca. 990 Seiten. Gebunden
ISBN: 978-3-498-00106-3
Neuausgabe 2019
Rowohlt

 

Martin Mosebach

Martin Mosebach, geboren 1951 in Frankfurt-Sachsenhausen, aufgewachsen in Königstein am Taunus und im Frankfurter Westend, war zunächst Jurist, dann wandte er sich dem Schreiben zu. Seit 1983 entstanden elf Romane, dazu Erzählungen, Gedichte, Libretti und Essays über Kunst und Literatur, über Reisen, über religiöse, historische und politische Themen. Über die Jahre erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Preise, etwa den Heinrich-von-Kleist-Preis, den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, den Georg-Büchner-Preis und die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt. Er ist Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung, der Deutschen Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg sowie der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Zuletzt veröffentlichte er Die 21. Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer und den Roman Mogador. Er lebt in Frankfurt.

(c) Hagen Schnauss