Frankfurt liest ein Buch 2026
Gott und die Welt von Marie Luise Kaschnitz (Edition W)
Das 17. Lesefestival vom 20. April bis 3. Mai 2026
Im 17. Jahr von Frankfurt liest ein Buch ging es um eine Frankfurter Wiederentdeckung des weiblichen, deutschen Literaturkanons: Marie Luise Kaschnitz lebte viele Jahre in Frankfurt am Main, war die erste Frau, die die Frankfurter Poetik-Dozentur innehatte, erhielt die Goethe-Plakette der Stadt und die Ehrendoktorwürde der Goethe-Universität, der Insel-Verlag war ihr Verlag, Siegfried Unseld ihr Verleger. Ihr Engagement für die Stadt ging darüber hinaus und ihre Auseinandersetzung mit Frankfurt und »Gott und die Welt« fand seinen Niederschlag in der Neuzusammenstellung ihrer Tagebuchprosa aus den Frankfurter Jahren, die im Januar 2026 anlässlich ihre 125. Geburtstags in der Edition W erschien. Marie Luise Kaschnitz reflektiert darin in den späten 1960er Jahren das sich verändernde Frankfurt, die Zeitläufte und ihre eigene Umgebung, Begegnungen und Seelenzustände. Dreh- und Angelpunkt ist ihre Wohnung im Westend in der Wiesenau 8.
Viele Veranstaltungen, insbesondere Stadtspaziergänge, fanden im Westend statt oder rückten den Stadtteil inhaltlich in den Mittelpunkt. Tatsächlich wurden aber auch 2026 das gesamte Stadtgebiet und etliche weitere Orte der Region bespielt.
Das Lesefestival in Zahlen
- Vom 20. April bis 3. Mai 2026 haben über 100 Veranstaltungen in Frankfurt und Rhein-Main-Gebiet stattgefunden.
- Die Spannbreite der Besucherzahlen schwankte bei unterschiedlichen Räumen und Orten zwischen sechs und über 400 Besucher:innen.
- Fast 40 Veranstaltungen waren ausgebucht.
- Viele Interessierte haben verschiedene Angebote wahrgenommen. Insgesamt wird mit einer Gesamtbesucherzahl von 8.500 gerechnet.
Mitwirkende – Kooperationen und Kollaborationen
Bei Frankfurt liest ein Buch 2026 gab es viele bekannte, aber auch etliche neue Mitwirkende. Auf viele Personen wie Institutionen ist der Verein Frankfurt liest ein Buch aktiv zugegangen, hat als Ideengeber fungiert, vernetzt, motiviert und durch die Expertise der Engagierten vor Ort in Stadtteilen und Umland ein abwechslungsreiches, vielfältiges Programm generieren können.
Diverse Kulturinitativen, Vereine, Veranstalter:innen aus Frankfurt und Umgebung – von PolymerFM e.V. in Fechenheim bis Lese-Insel e.V. in Bergen-Enkheim –, waren beim 17. Frankfurt liest ein Buch beteiligt. Neu hinzugekommen sind 2026 u.a. das Frankfurter Archiv der Revolte und Freunde Bockenheims e.V. sowie der Literaturtreff der Haltestelle Langen.
Auch 2026 waren wieder etliche einzelne Expert:innen, Kunst- und Kulturschaffende dabei, die mit einem eigenen Programm zum Festivalbuch diverse Auftritte hatten: die Stadtführerin Petra Schwerdtner von kunstkontakt, der Schauspieler und Kabarettist Jo van Nelsen, Brigitte Leistikow vom projektHaus Leistikow, die Schauspielerin Cornelia Niemann, die Bibliothekarin und Literaturvermittlerin Gabriele Fachinger, der Stadthistoriker Dieter Wesp u.v.m. Hinzu kamen diesmal Zeitzeugen wie der Ehrenpräsident der Akademie für Sprache und Dichtung Klaus Reichert, der als ehemaliger Lektor von Marie Luise Kaschnitz über die Begegnung mit ihr Auskunft gab und bei der Eröffnungsveranstaltung in der Deutschen Nationalbibliothek unter den Vorlesenden war.
Veranstaltungsorte
Schulen genauso wie Senioreneinrichtungen, Museen, große wie kleine Veranstaltungs-häuser, Galerien und Kirchen und Kneipen, Stadt(teil)büchereien und natürlich viele Buchhandlungen haben mitgemacht. Neu oder wieder dabei: die Kammerspiele des Schauspiel Frankfurt, das Kulturhaus Frankfurt, das Archiv der Goethe-Universität, das Freie Deutsche Hochstift / Goethehaus und das Internationale Theater Frankfurt. Neue Veranstaltungsorte waren 2026 u.a. das mayer49, die Dondorfsche Druckerei 2og:dondorf oder auch die Kursana Villa. Zu den originellen Veranstaltungsorten zählten in diesem Jahr neben Schrebergarten oder Waschsalon die Dachterrasse des pme Familienservice, der zur Leseparty eingeladen hatte, sowie das Alte Portal 188 am Seiteneingang des Hauptfriedhofs.
Unsere Förderer und Partner
Für die Unterstützung geht unser großer Dank an: Kulturamt der Stadt Frankfurt, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Edition W, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Mainova und Hotel Villa Orange.
Außerdem danken wir unseren Medienpartnern Frankfurter Rundschau, Hessischer Rundfunk sowie FRIZZ, die das Lesefest mit Interviews, Berichten und Porträts begleitet haben.
Das Buch
»Gott und die Welt« – nicht mehr und nicht weniger beschäftigt Marie Luise Kaschnitz in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts in ihren Aufzeichnungen, denen sie den Titel Tage, Tage, Jahre gibt. Die anstehenden Stürme der Studentenrevolution und der sich bald formierenden außerparlamentarischen Oppositionen sind in den Gedanken der Dichterin bereits präsent. Ausgangspunkt ist eine drohende Kündigung ihrer Wohnung im Frankfurter Westend, eine damit verbundene existentielle Beunruhigung, in der sie die Stadt erlebt – und so von den Nöten ihrer Bewohner erzählt. Und in denen Themen aufleuchten, die uns heute noch und wieder beschäftigen: die Zukunft der Arbeit, die Bedrohung durch technische Entwicklungen, die Veränderungen in der Natur. Der Lebensmittelpunkt der Kaschnitz ist das sich verändernde Frankfurt, das sie fasziniert und geradezu fesselt. »Ich bin oft genug gefragt worden, warum ich diese hässliche Stadt nicht verlasse, um wie die meisten anderen Schriftsteller in ein hübsches Landhaus zu ziehen ...« – auf diese Frage hatte sie keine Antwort, aber sie blieb. Und hinterließ uns ihre wunderbaren erhellenden Aufzeichnungen, die uns – im 125. Geburtsjahr der Dichterin – ein Frankfurt zeichnen, in dem man gerne zu Hause ist.
»Sie haben, fragt man, die Stadt wohl schon früher gekannt, die alte Kaiserkrönungsstadt, die alte Bürgerstadt, die Fachwerkhäuser und schönen Plätze, die vornehmen Museumskonzerte, die eleganten Leute im Opernfoyer, und es ist wahr, ich habe das alles gekannt, wenn auch nur flüchtig, gekannt und vergessen, während mir eine andere Stadt deutlich vor Augen steht.«
Marie Luise Kaschnitz: Gott und die Welt. Aufzeichnungen aus der Wiesenau
Herausgegeben von Rainer Weiss
Edition W
ISBN 978-3-949671-23-4
Erscheinungstermin: Januar 2026
Die Autorin – Marie Luise Kaschnitz
Marie Luise Kaschnitz, geboren 1901 im badischen Karlsruhe, machte nach dem Abitur eine Lehre als Buchhändlerin in Weimar, bereiste mit ihrem Ehemann, einem Archäologen, viele Länder Europas und lebte von 1941 bis zu ihrem Tod 1974 vornehmlich in Frankfurt. 1933 erschien ihr erstes Buch, Liebe beginnt, ein Roman, ihre bekanntesten Werke sind Beschreibung eines Dorfes, Tage, Tage, Jahre und Orte. Sie wurde mit der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt und der Ehrendoktorwürde der Goethe-Universität sowie dem bedeutendsten deutschen Literaturpreis, dem Georg-Büchner-Preis, ausgezeichnet.
© Deutsches Literaturarchiv Marbach
Die Veranstaltungen 2026 im Rückblick
Eine Auswahl der über 100 Veranstaltungen, die 2026 im Rahmen von Frankfurt liest ein Buch stattgefunden haben, finden Sie hier.
Eröffnung in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main
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Andreas und Amelie Schnebel, Sara Mokhlesgerami, Klaus Reichert, Sabine Baumann, Wolfgang David, Wolfgang Schopf, Barbara Bingel, Caroline Lüderssen©
Alexander Paul Englert -
Ina Hartwig
© Frankfurt liest ein Buch e.V./ Alexander Paul Englert -
Susanne Völker
© Frankfurt liest ein Buch e.V./ Alexander Paul Englert -
Rainer Weiss
© Frankfurt liest ein Buch e.V./ Alexander Paul Englert -
Klaus Reichert
© Frankfurt liest ein Buch e.V./ Alexander Paul Englert -
Barbara Bingel
© Frankfurt liest ein Buch e.V./ Alexander Paul Englert -
Caroline Lüderssen
© Frankfurt liest ein Buch e.V./ Alexander Paul Englert -
Sara Mokhlesgerami
© Frankfurt liest ein Buch e.V./ Alexander Paul Englert -
Wolfgang David
© Frankfurt liest ein Buch e.V./ Alexander Paul Englert -
Wolfgang Schopf
© Frankfurt liest ein Buch e.V./ Alexander Paul Englert -
Amelie und Andreas Schnebel
© Alexander Paul Englert -
Sabine Baumann
© Frankfurt liest ein Buch e.V./ Alexander Paul Englert
Stadtrundgänge
In diesem Jahr hat es wieder viele Stadtspaziergänge gegeben. Unterwegs war etwa Christian Setzepfandt mit fünf ausverkauften Rundgängen für die Frankfurter Stadtevents. Sein Thema waren Literatur und gesellschaftlicher Wandel im Westend.
Auch mit Silke Westerhoff von der Kulturothek Frankfurt war ging es auf den Spuren von Marie Luise Kaschnitz ins Westend.
Rund um Dom und Römer sowie die Alte Oper führte Petra Schwerdtner/ Kunstkontakt an verschiedenen Tagen.
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Silke Westerhoff von der Kulturothek Frankfurt beim Stadtspaziergang im Westend
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Petra Schwerdtner von Kunstkontakt beim Stadtspaziergang in der Altstadt
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Petra Schwerdtner von Kunstkontakt feiert mit den Besucher:innen ihres Stadtspaziergangs Marie Luise Kaschnitz' 125. Geburtstag mit Kuchen
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
(Bild-) Vorträge
Der Stadthistoriker Dieter Wesp hat in diesem Jahr einige Bildvorträge über Marie Luise Kaschnitz und das Frankfurt der 1960er Jahre gehalten. Eingeladen haben ihn bekannte Veranstalter:innen, wie bspw. die CoLibris e.V. in Niederrad. Wesp hat mit der Weinstube Weinpfalz und der Dondorfschen Druckerei 2og:dondorf auch neue Orte ins Festivalportfolio geholt. In den voll besetzten Räumen der historischen Dondorf-Druckerei hat er mit Norbert Saßmannshausen (Freunde Bockenheims e.V./ Frankfurter Archiv der Revolte) u.a. über den Frankfurter Häuserkampf gesprochen.
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Dieter Wesp und Norbert Saßmannshausen in der Dondorfschen Druckerei 2og:dondorf
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Dieter Wesp in der Weinstube Weinpfalz Sachsenhausen
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Naturgemäß war der inhaltliche Schwerpunkt im Geldmuseum ein anderer: Dort hielt Michael Alexander Schröder von der Deutschen Bundesbank einen Vortrag über Zahlungsverkehr im Wandel, während Tim Frühling (hr) passende Textpassagen aus dem Festivalbuch vorlas.
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Christian Setzepfandt begab sich zusammen mit Michael Bohl auf eine Kaschnitz-Spurensuche im Café Mutz in Niederursel.
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Weitere Bildvorträge wurden gehalten von Sabine Mannel, die in der Kulturothek Frankfurt zweimal über Marie Luise Kaschnitz und ihre Stadt sprach, oder auch vom Juristen und Publizisten Rolf Gössner, der im Gewerkschaftshaus seinen Schwerpunkt auf die Militarisierung der Republik und ihre Gefahren setzte – eine Veranstaltung initiiert von der VVN-BdA Frankfurt (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten).
Der Herausgeber und sein Buch
Im Rahmen eines »Making-of«-Abends sprach Rainer Weiss (Edition W) mit der Vorsitzenden von Frankfurt liest ein Buch e.V., Sabine Baumann, im Literaturhaus Frankfurt über seine Autorin und die Genese des Festivalbuchs. Moderiert hat Björn Lauer vom Societäts-Verlag.
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Sabine Baumann und Rainer Weiss sind auch im Union Club International über Marie Luise Kaschnitz miteinander ins Gespräch gekommen. Traditionell gibt es hier im Anschluss ein optionales Dinner. Kulinarisch verlockende Angebote gab es übrigens auch im Kulturkeller Höchst, wo Rainer Weiss ebenso zu Gast war.
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Am 1. Mai haben Robin Schmerer und Rainer Weiss ins Haus der Edition W nach Neu-Isenburg eingeladen. Im Rahmen einer Verlagsmatinee gab es viele Einblicke in ihre Arbeit, das Programm und natürlich speziell noch einmal zum Entstehen von Gott und die Welt. Aufzeichnungen aus der Wiesenau von Marie Luise Kaschnitz.
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Die klassische Lesung
Die Lesung ist Kern des Lesefestivals und ist geprägt durch die Persönlichkeit und Darbietung der Vorlesenden. Bei Frankfurt liest ein Buch reicht die Bandbreite dabei von Kirchengemeindemitgliedern bis Ensemblemitgliedern des Schauspiel Frankfurts.
In der Andreaskirche sowie im Nebbienschen Gartenhaus gaben mit Andrea Wolf und Nina Volle Mutter und Tochter der Autorin eine Stimme.
Der Schauspieler Christoph Gérard Stein ging sowohl im Kunstverein Familie Montez als auch in der Stadtbibliothek Bad Vilbel durch das Buch.
Helge Heynold las sowohl im Stadtmuseum Hofheim, in der Avetorstubb in Sachsenhausen als auch in der Buchhandlung Schutt in Bornheim.
Aber auch in einem Nordend-Garten gab es Lesungen der Bürgerinitiative zum Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark e.V. oder im Hessen-Center, wo die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim Gott und die Welt präsentierte.
In den Kammerspielen des Schauspiel Frankfurt verliehen Melanie Straub und Annie Nowak der Autorin ihre Stimmen.
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Christoph Gérard Stein in der Stadtbibliothek Bad Vilbel am 23. April 2026
© Edda Rössler/ Christoph Gérard Stein -
Helge Heynold im Stadtmuseum Hofheim am 24. April 2026
© Birgit Müller-Muth -
Annie Nowak und Melanie Straub in den Kammerspielen am 29. April 2026
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Sehr beliebt: Text und Musik
Zahlreiche Veranstalter:innen kombinieren den Einsatz von Musik mit Lesepassagen aus dem Festivalbuch – und dies auf sehr unterschiedliche Weise.
Im Kuhhirtenturm Sachsenhausen hat das Hindemith Institut gleich zwei (ausgebuchte) Konzertlesungen organisiert. Musik kam von Mitgliedern der Paul Hindemith-Orchesterakademie, gelesen hat Joanna Ginsberg von der HfMDK.
Am Kulturpavillon Friedhof Fechenheim las Uta Nawrath aus Gott und die Welt, während Jutta Loskill & Friends Chansons darboten. Der Mainbogen-Chor war auch dabei. Die Expert:innen vor Ort, die es möglich machen: PolymerFM e.V.
Eine szenische Lesung von Gudrun Schnitzler, die von Antonina Shepeleva am Piano begleitet wurde (Regie Rolf Birkholz), fand gleich dreimal statt: im Frankfurter Salon, in der Dr. Arthur Pfungst-Stiftung sowie im Hotel Villa Orange.
Eine Veranstaltung von habel.elf in Heddernheim, die dieses Jahr wegen des zu erwarteten Andrangs gleich außer Haus im Gemeindehaus St. Thomas stattfand: die Lesung von Rolf Mütze, begleitet von Musikschüler:innen der Musikschule 88 Tasten.
Die Kronberger Bücherstube hat das Jazz-Trio um Trevor Richards eingeladen und mit einer Lesung in der Kulturscheune das Kronberger Lesepublikum begeistert.
Im Kulturhaus Frankfurt wiederum gab es eine musikalische Matinee mit Briefwechseln, Hörspielszenen und Gedichtvertonungen.
Die Seckbacher Bücherpatinnen haben in der Evangelischen Mariengemeinde über die Aktualität der Kaschnitzschen Texte gesprochen und ihre Veranstaltung mit Violine (Cornelia Ilg) und Piano (Iona Delioran) bereichert.
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Matvei Iakovlev, JoannaGinsberg, Daeun Song, Hee Rim Hah und Ibrahim Alshaikh am 26. April 2026 im Kuhhirtenturm
© Hindemith Institut -
Kulturpavillon Friedhof Fechenheim am 26. April 2026
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Antonina Shepeleva, Gudrun Schnitzler und Rolf Birkholz am 30. April 2026 im Frankfurter Salon
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Rolf Mütze im Gemeindehaus St. Thomas am 24. April 2026
© habel.elf -
Jazz-Trio um Trevor Richards Kronberger Bücherstube am 2. Mai 2026
© Dirk Sackis -
Eric Lenke, Carola Moritz, Anna Sophie-Sattler im Kulturhaus Frankfurt am 3. Mai 2026
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Kulturhaus Frankfurt
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Evangelische Mariengemeinde am 24. April 2026
© Seckbacher Bücherpatinnen
Erinnerungen an Kaschnitz in Frankfurt
Marie Luise Kaschnitz hat Spuren in Frankfurt hinterlassen und einige Frankfurter:innen erinnern sich an sie persönlich, viele erinnern sich an die Zeit der 1960er Jahre selbst, die die Folie für Gott und die Welt liefern.
Klaus Reichert, Ehrenpräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und langjähriger Lektor von Marie Luise Kaschnitz, hat im Goethe-Haus mit Literaturvermittlerin und Kuratorin Sonja Vandenrath über das erzählerische Werk der Autorin und seine persönliche Bekanntschaft mit Kaschnitz gesprochen. Birgitta Assheuer las ausgewählte Kurzprosa. Bei hr2-kultur gibt es einen Mitschnitt zu hören für diejenigen, die die Veranstaltung verpasst haben.
Im voll besetzten Museum Giersch hat sich die Literaturwissenschaftlerin, Stadträtin und Dezernentin für Kutur und Wissenschaft Ina Hartwig mit den BücherFrauen Frankfurt/ Rhein-Main über Marie Luise Kaschnitz unterhalten. Als Kaschnitz-Kennerin und -Leserin sowie mit ihrer Erfahrung in der Frankfurter Stadtentwicklung hatte Hartwig einiges zu erzählen.
Die »Hauslesung« der Goethe-Universität bot eine Collage aus Archivschätzen aus dem Universitätsarchiv und dem Nachlass von Horst Bingel, Kaschnitz’ Nachbar in der Wiesenau. Themen waren Marie Luise Kaschnitz und ihr Verlag, ihre Poetikdozentur, ihre Ehrendoktorwürde uvm. Im bis auf den letzten Platz ausgebuchten Archiv in der Dantestraße lasen Lehrende des Fachbereichs Neuere Philologien.
Mancherorts wurde speziell an die 1960er Jahre in Frankfurt gedacht. Im Mehrgenerationenhaus Gallus etwa erinnerten sich Nachbarn an diese bewegende Zeit und stellten persönliche Eindrücke neben Kaschnitz' literarische Beobachtungen.
Die Schauspielerin Cornelia Niemann hat im ausgebuchten Cronstetten-Haus in einer kommentierten Lesung aus Gott und die Welt Erzähltes eingeordnet und anhand von Fotos und Videomaterial der Zeit unterhaltsam in Szene gebracht.
Im Gallus Theater hat Cornelia Niemann ihr Programm inklusiv dargeboten: Es gab zusätzlich eine Übersetzung in Gebärdensprache und Performances in Gebärdenpoesie durch Geehan Alhamzi, Schülerin der Freiherr-von-Schütz-Schule für Hörgeschädigte in Bad Camberg.
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Klaus Reichert und Sonja Vandenrath am 22. April 2026 im Goethe-Haus
© Alexander Paul Englert -
Ina Hartwig mit Sabine Börchers und Sabine Rock im Museum Giersch am 28. April 2026
© Hartmuth Schröder -
Literaturarchiv der Goethe-Universität in der Dantestraße
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Lorena Ruess (Dolmetscherin DGS), Cornelia Niemann und Geehan Alhamzi (Freiherr-von-Schütz-Schule für Hörgeschädigte im Gallus Theater am 29. April 2026
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Marie Luise Kaschnitz & Italien
Marie Luise Kaschnitz war Frankfurt wie Rom gleichermaßen stark verbunden. Über ihre beiden Heimaten gab es gleich zwei Veranstaltungen. In der Buchhandlung Weltenleser im Nordend hielt Clemens Greve einen Vortrag zum Thema und die Schauspielerin Olivia Salm las entsprechende Passagen aus Gott und die Welt.
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Kaschnitz in den Büchereien
Die Stadtbüchereien in und auch außerhalb Frankfurts sind seit je her wunderbare Orte, um Bücher und Autor:innen zu entdecken. Jedes Jahr sind etliche Bibliotheken und Stadtteilbüchereien bei Frankfurt liest ein Buch dabei.
2026 hat es etwa eine stark besuchte Veranstaltung im Bibliothekszentrum Bergen-Enkheim gegeben, wo der Verein Lese-Insel eingeladen hatte zu einer Lesung mit Jochen Lankenau und Musik um das Ensemble Klangmeer.
Weitere Veranstaltungen unterschiedlichen Formats haben u.a. im Bibliothekszentrum Sachsenhausen und in der Stadtbücherei Flörsheim stattgefunden.
In der bis auf den letzten Platz belegten Stadtteilbibliothek Rödelheim hat Rainer Weiss (Edition W) in Leben und Werk von Marie Luise Kaschnitz eingeführt. Die Schauspielerin Bettina Kaminski verlieh Marie Luise Kaschnitz mit ihrer Lesung aus Gott und die Welt ihre Stimme
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Kunst, Theater & Co
Neben der klassischen Lesung haben sich einige Veranstalter:innen kreativ mit Gott und die Welt. Aufzeichnungen aus der Wiesenau auseinandergesetzt und Veranstaltungsformate entwickelt, die mit verschiedenen Darbietungsformen oder besonderen Orten spielten.
Ein Beispiel ist das THEATEReMOTION Produktion. Ruth Klapperich und Judith Niederkofler luden zu einer (ausgebuchten) szenischen Lesung an einem ungewöhnlich-schönen Ort: das Alte Portal 188 des Hauptfriedhofs.
Im Internationalen Theater Frankfurt hat Brigitte Leistikow/ paradiesmedial e.V. eine szenische Konzertlesung, inspiriert von Marie Luise Kaschnitz’ Bildsprache, dargeboten. Beim »Wie-Wäre-Es-Wenn-Spiel« wurden Kaschnitz’ Texte umrahmt von Klavier und Gong von Marco Ramaglia.
Ein weiteres kreatives Veranstaltungsformat hat Brigitte Leistikow gleich dreimal angeboten: Analog zu Marie Luise Kaschnitz' Gedankenspielen in Gott und die Welt lud Leistikow zum »Fremdenführerspiel« in die »bürgerliche Wohnung« und las exklusiv im kleinen Kreis aus dem Festivalbuch.
In die Atelierräume des mayer49 in Bockenheim haben an zwei Abenden gar nicht alle interessierten Besucher:innen gepasst. Geboten wurde eine Klang-, Film- und Raumcollage (Cornelia Falkenhan) mit Videoprojektionen (Sabine Loew), dazu eine Lesung von Cornelia Niemann im Wechsel mit Posaunenspiel von Annemarie Roelofs, ergänzt durch eine Ausstellung mit Skizzen von Archibald Bajorat.
In der Romanfabrik konnte das Publikum an drei verschiedenen Orten der Stimme der Kaschnitz lauschen: in der Wohnung der Romanfabrik-Schreiber:innen, auf dem Hof des Union-Geländes und dann in der Romanfabrik selbst. Gabriele Graf »war« Marie Luise Kaschnitz, am Kontrabass spielte Gregor Praml.
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Brigitte Leistikow im Internationalen Theater Frankfurt am 1. Mai
© Maciej Rusinek -
Marco Ramaglia und Brigitte Leistikow im Internationalen Theater Frankfurt
© Maciej Rusinek -
Brigitte Leistikow beim Fremdenführerspiel
© projekthaus leistikow -
Cornelia Niemann im mayer49 am 24. April
© Cornelia Falkenhan -
mayer49
© Cornelia Falkenhan -
Gabriele Graf in der Romanfabrik am 28. April 2026
© Romanfabrik e.V.
Kirchen & Gemeinden
Viele Kirchengemeinden machten beim 17. Lesefestival mit und ermöglichten bekannten und neuen Gemeindemitgliedern die Auseinandersetzung mit Marie Luise Kaschnitz' Gott und die Welt.
Veranstaltungen gab es u.a. in der Katholischen Pfarrgemeinde St. Josef in Bornheim, die schon seit Jahren bei Frankfurt liest ein Buch dabei ist, in der Ev.-ref. Gemeinde im Westend, wo man auch Parallelen zum 2019 im Zentrum des Lesefestivals stehenden Roman Westend von Martin Mosebach zog, oder im Ev. Gemeindehaus in Hainburg, wo die Bücherstube Hainburg aktiv ist. Neues bei Frankfurt liest ein Buch hat Pfarrer Patrick Schmidt in Eschborn mit einem Literatur-Gottesdienst zu Kaschnitz in der Ev. Andreasgemeinde eingeführt.
Collagen zu Kaschnitz in Schulen
Bei jeder Eröffnung von Frankfurt liest ein Buch liest im großen Saal der Deutschen Nationalbibliothek eine Schülerin bzw. ein Schüler aus dem jeweiligen Festivalbuch – 2026 war dies Sara Mokhlesgerami vom Adorno-Gymnasium. Darüber hinaus gibt es immer Veranstaltungen von und für Schüler:innen im Programm.
Die Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn ist schon seit Jahren engagiert dabei und überzeugt durch ihre Stärke in der szenischen Auseinandersetzung und auch im kreativ-gestaltenden. In diesem Jahr fand eine szenische Theaterlesung im Kleinen Kleist-Forum statt: Der Grundkurs Darstellendes Spiel verwandelte in einer Collage Kaschnitz‘ Gedankenspiele in szenische Begegnungen.
Auch das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium ist jedes Jahr sehr engagiert dabei und hat 2026 ein umfangreiches Programm gestaltet: Oberstufenschüler:innen haben sich dem Text analytisch und kreativ genähert und sind mit ihm – auch via Künstliche Intelligenz – in einen offenen Dialog getreten. Mit von der Partie war übrigens Robin Schmerer von der Edition W
© Frankfurt liest ein Buch e.V.
Angebote für Senior:innen
Jede Veranstaltung von Frankfurt liest ein Buch steht allen Menschen offen. Gleichwohl gibt es immer ein vielfältiges Angebot speziell für ein älteres Publikum. Die Literaturvermittlerin Maria Niesen ist jedes Jahr an verschiedenen Orten unterwegs, um das jeweilige Festivalbuch kenntnisreich und unterhaltsam vorzustellen und einzuordnen. In diesem Jahr war sie u.a. zweimal im voll besetzten Saal im Paulinum an der Friedberger Warte, im Café Anschluss am Dornbusch, der Ev.-ref. Katharinengemeinde im Westend und in der Stadtteilbibliothek in Bornheim.
Weitere Angebote speziell für Senior:innen gab es – ganz neu – beim StartPunkt in Langen, organisiert vom Literaturtreff der Haltestelle Langen, und in der Kursana Villa, die 2026 erstmals mit zwei Veranstaltungen – Bildvortrag von Dieter Wesp und Lesung mit Wolfgang Vogler – dabei war.
© Parea/ Nicole Blumenthal
Eigene Kaschnitz-Programme in Serie
Jo van Nelsen ist schon fast ein Urgestein bei Frankfurt liest ein Buch. Bekannt durch seine »Grammophon-Lesungen« überzeugt er mit Darbietung und Musik der jeweiligen Zeit. 2026 hat er sein Bühnenprogramm rund um Marie Luise Kaschnitz' Gott und die Welt entwickelt und unter dem Titel »Das Leise im Lauten – Text trifft Ton« sage und schreibe sieben mal aufgeführt. Unterwegs war er mit der Premiere im Holzhausenschlösschen der Frankfurter Bürgerstiftung, in den Stadtbüchereien Schwalbach a. Ts. und Neu-Isenburg, in der Stadtbibliothek Bad Homburg, im Theater Die Schmiere und im theater t-raum in Offenbach.
Auch die Bibliothekarin und Literaturvermittlerin Gabriele Fachinger ist schon seit Jahren dabei und präsentiert das Frankfurt liest ein Buch-Buch in verschiedenen Stadtteilen und Örtlichkeiten – nach guter Recherche, mit Bildeindrücken, Vortrag und Lesung.
Mit ihrer literarischen Spurensuche zu Marie Luise Kaschnitz war sie im Kino CasaBlanca Arthouse in Bad Soden, im Gemeindezentrum Herz Jesu Fechenheim, in der Bücherei St. Crutzen und an der Ketteler-La-Roche-Schule in Oberursel sowie in der Ev. Andreasgemeinde Eschborn-Niederhöchstadt
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Jo van Nelsen in der Stadtbibliothek Bad Homburg am 25. April 2026
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Caroline Römer vom Buchladen 7. Himmel bedankt sich bei Gabriele Fachinger in Eschborn-Niederhöchstadt am 29. April 2026
©Buchladen 7. Himmel
Keine Serie, kein Programm, aber ein verlässlicher Programmpunkt bei Frankfurt liest ein Buch: Die Lesung des Oberbürgermeisters im Haus am Dom. Mike Josef hat auch 2026 Auszüge aus Gott und die Welt vorgetragen und viele Punkte, die Marie Luise Kaschnitz damals speziell in Bezug auf Stadtentwicklung beschäftigten, auch fürs heutige Frankfurt eingeordnet.
Kreativ & Gemeinsam
Viele Menschen waren zusammen und auf sehr unterschiedliche Weise kreativ rund um Marie Luise Kaschnitz und Gott und die Welt.
Eschborn K beispielsweise hat Frankfurter Lyriker:innen der Poetry-Slam-Szene auf die Bühne gebeten, um poetisch in einen Dialog mit der Autorin zu treten. Auch im Eschborn K hat es übrigens einen Film-Abend u.a. mit Kaschnitz' berühmtester Kurzgeschichte »Das dicke Kind« gegeben.
Auf einer der schönsten Dachterrassen Frankfurts (und im gemütlichen Gaubenzimmer mit bester Aussicht) hat der pme Familienservice zur Leseparty eingeladen und dafür sogar Snacks und Getränke bereitgehalten.
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Naturfreundehaus Niederrad
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Blick auf die Dachterrasse des pme Familienservice
©pme Familienservice GmbH
Fotokurs zu Marie Luise Kaschnitz
Der Fotograf Hartmuth Schröder ist nun schon im vierten Jahr mit einem (jedes Mal ausgebuchten) Fotokurs am Start gewesen. In der Volkshochschule Frankfurt gibt es stets eine fachkundige Einführung der Literaturwissenschaftlerin Sabine Rock und an Folgeterminen geht es auf Foto-Exkursionen durch die Stadt. Einen Einblick in die faszinierenden Ergebnisse der Auseinandersetzung mit Kaschnitz' Werk zeigen wir an dieser Stelle.
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Arbeitsprobe
© Holger Ziegler -
Arbeitsprobe
© Holger Ziegler -
Oliver Plätzer
© Oliver Plätzer -
Arbeitsprobe
© Oliver Plätzer -
Arbeitsprobe
© Petra Gottwald -
Arbeitsprobe
© Tobias Roeser
Das Finale an der Volksbühne im Großen Hirschgraben
Der Abschlussabend von Frankfurt liest ein Buch rückte Marie Luise Kaschnitz' Stärke im Hörspiel in den Blickpunkt. Ensemblemitglieder (Randi Rettel, Eike Mathis Hackman, Gabriel Spagna, Michael Quast) der Volksbühne am Großen Hirschgraben präsentierten eine szenische Lesung aus Marie Luise Kaschnitz' Hörspiel »Unternehmen Arche Noah«. Außerdem las Ricarda Klingelhöfer noch einmal die Szenen aus Gott und die Welt. Abschließend ließen Sabine Baumann (Vorsitzende Frankfurt liest ein Buch e.V.) und Rainer Weiss (Verleger Edition W) das Festival Revue passieren
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Rainer Weiss und Sabine Baumann in der Volksbühne am Großen Hirschgraben am 2. Mai 2026
© Frankfurt liest ein Buch e.V. -
Volksbühne am 2. Mai 2026: Randi Rettel, Eike Mathis Hackman, Gabriel Spagna, Michael Quast, Ricarda Klingelhöfer
© Frankfurt liest ein Buch e.V.