»Deutschlands wunderbarstes und sinnvollstes Lesefest!«
DIE ZEIT

12. »Frankfurt liest ein Buch«   26. April – 9. Mai 2021 

Zwei Wochen lang hat Frankfurt liest ein Buch wieder Stadt und Region bewegt und mit begeisterten Besucherinnen und Besuchern sein zwölftes Veranstaltungsjahr gebührend gefeiert. Alles drehte sich rund um den Roman Scheintod (Insel Verlag) von Eva Demski.

Scheintod ist ein Frankfurt-Roman, der unter anderem wegen der atmosphärisch dichten und literarisch bedeutenden Schilderung der politisch aufgeheizten 1970er Jahre an diesem Schauplatz für Frankfurt liest ein Buch ausgewählt wurde.

Das zwölfte Lesefest sollte ursprünglich vom 26. April bis 9. Mai 2021 stattfinden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Frühjahrstermin abgesagt und auf den Sommer verschoben. Das Lesefest fand vom 4. bis 18. Juli 2021 statt.

Das Programmheft finden Sie hier.

 

Das Buch – Scheintod 

Frankfurt am Main 1974. Ein Anwalt wird tot in seiner Kanzlei aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind ungeklärt. Die Polizei ermittelt: Er war Anwalt der linken Szene, zu seiner Klientel gehörten RAF-Mitglieder, Rocker, Junkies und Strichjungen. Seine Frau, die seit drei Jahren von ihm getrennt lebt, beginnt, sich noch einmal mit ihm auseinanderzusetzen: mit seiner Arbeit, seinem Leben – und ihrer Liebe. Was weiß sie eigentlich von diesem Mann, den sie einmal geliebt hat, der ihr so vertraut war? Bald gerät die Witwe selbst ins Visier der polizeilichen Ermittlungen, wird der Mitwisserschaft an politischen Aktivitäten verdächtigt, während sie verschlüsselte Botschaften aus dem politischen Untergrund erhält. Um zu begreifen, sucht sie seine Kollegen auf, Mandanten aus der Halbwelt, Genossen und ehemalige Revolutionäre und kehrt in dunklen Spelunken ein. Immer tiefer wird sie in ein verborgenes Leben des Toten hineingezogen, der ihr gleichzeitig immer fremder wird. 

Scheintod ist der Roman einer Liebe zu Zeiten großer politischer Unruhen. Eva Demski erzählt unsentimental, doch mit feinem Gespür von einer Frau, die vor die Herausforderung gestellt wird, ein Leben im Tod zu ergründen und dabei Erinnerungen und Zweifel, Trauer und Verlust zu bewältigen.

Eva Demski
Scheintod
Roman. Mit einem Nachwort von Wolfgang Schopf
ca. 419 Seiten. Gebunden 
€ 20,- (D)
ISBN: 978-3-548-17896-5
Insel Verlag GmbH

Die Autorin – Eva Demski

Demski Foto

Eva Demski © Wolfgang Schopf_Suhrkamp Verlag

Eva Demski, geboren 1944 in Regensburg, lebt in Frankfurt am Main. Ihr literarisches Werk wurde vielfach ausgezeichnet, 2018 erhielt Eva Demski den George-Konell-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden.

 

Frankfurt liest ein Buch 2021

Am 4. Juli wurde das Lesefest mit einem bewegenden Auftakt im Sendesaal des Hessischen Rundfunks eröffnet - erstmals seit über einem Jahr durfte dort wieder Publikum anwesend sein.
 
  (c) Frankfurt liest ein Buch e.V.
Eva Demski bei der Eröffnung im hr-Sendesaal, 04.07.21
 
72 Veranstaltungen an 51 verschiedenen Orten in Frankfurt und Umgebung (z.B. Bad Soden, Eschborn, Freigericht, Gießen, Königstein und Offenbach) luden zu vielfältigen Formaten ein, darunter 30 Lesungen und Diskussionsrunden, 17 Vorträge und Gesprächsrunden, 9 Stadtrundgänge, 7 Ausstellungen und Musikprogramme sowie 9 Theater- und Filmvorführungen. An der St. Angela-Schule in Königstein und dem Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Höchst fanden eigens für Schulklassen Gespräche mit Eva Demski statt, in Königstein begleitet von einer Ausstellung der Schülerinnen zu den 70er Jahren.  
 
  (c) Frankfurt liest ein Buch e.V.
Stadtspaziergang mit Christian Setzepfandt, hier am Hauptfriedhof
 
Im Mittelpunkt standen die Themen und Figuren des Romans sowie persönliche Erinnerungen der Autorin. Trotz der noch immer anhaltenden pandemiebedingten Einschränkungen waren die meisten Veranstaltungen ausverkauft und überbucht. 
  (c) Frankfurt liest ein Buch e.V.
 (c) Frankfurt liest ein Buch e.V.
Eva Demski und Katja Lange-Müller in der Fabrik, Sachsenhausen, 06.07.21
 
Zahlreiche Veranstaltungen wurden ins Freie verlegt, darunter die Veranstaltung mit Michael Quast von der Fliegenden Volksbühne an den Landungsbrücken, Eva Demski im Gespräch mit Katja Lange-Müller im Hof der Fabrik in Sachsenhausen und mit Schülerinnen und Schülern der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn oder die szenische Lesung mit Barbara Englert in der IGS Kalbach Riedberg. Auch die musikalische Lesung im habel.elf konnte in den Hof der Schreinerei Schreuer in Heddernheim verlegt werden. Drei Open Air-Veranstaltungen wurden wetterbedingt leider abgesagt bzw. verschoben.
 
  (c) Frankfurt liest ein Buch e.V.
Eva Demski bei der Lesung von habel.elf in der Schreinerei Schreuer, 09.07.21
 
Eva Demski war bei insgesamt 12 Veranstaltungen persönlich beteiligt. Die Stimmung war heiter und bewegt, und es fand ein lebhafter Austausch statt. Es zeigte sich, wie sehr sich alle auf Lesungen und Aufführungen gefreut haben. 
 
   (c) Frankfurt liest ein Buch e.V.
Vorbereitung zur Lesung der IGS Kalbach-Riedberg, 12.07.21
 
Es war wunderbar zu sehen, wie die teilnehmenden Veranstaltungspartner sich auf die besonderen Hygienevorschriften einstellen und zur Freude ihres jeweiligen Publikums trotz schwieriger Umstände zu einem gelungenen Ablauf des 12. Lesefestes beitragen konnten. Immer wieder mussten die Formate und Orte umgeplant werden, um den sich ändernde Hygieneauflagen gerecht zu werden. 
 
Erstmals dabei war in diesem Jahr die Gemeinde Freigericht mit einer Lesung (Eva Demski) und einer begleitenden Ausstellung. 
 
Am 18. Juli 2021 ist das Lesefest mit einer feierlichen Abschlussveranstaltung in der Evangelischen Akademie zu Ende gegangen: Eva Demski sprach mit Björn Jager über das Buch und die vergangenen 14 Tage, der Schauspieler Christoph Pütthoff las Passagen aus dem Roman. 
 
 Alle drei Bilder (c) Frankfurt liest ein Buch e.V.
Eva Demski & Christoff Pütthoff bei der Abschlussveranstaltung in der Evangelischen Stadtakademie und in Kooperation mit dem Hessischen Literaturforum, 18.07.21