Abschluss-Pressemitteilung 2016

Frankfurt am Main, 25. April 2016

im siebten Veranstaltungsjahr stand mehr denn je der politische Appell gegen rechts und für Humanität, Freiheit und Menschlichkeit im Vordergrund. »Frankfurt liest ein Buch« ist am Sonntag, 24. April 2016, zu Ende gegangen. 

Binnen zwei Wochen fanden über 80 Veranstaltungen an 60 verschiedenen Orten im Stadtgebiet und in der Region statt. Der Roman »Frankfurt verboten« (Verlag weissbooks.w) und seine Themen Flucht, Vertreibung und Verfolgung haben – aktueller denn je – ein überaus breites Interesse gefunden: An die 12.000 Menschen waren zu Gast bei Lesungen, Gesprächsrunden, literarischen Stadtspaziergängen, Ausstellungen, Lichtbildvorträgen, Theater- und Filmvorführungen. Ein Großteil der Veranstaltungen setzte mit Solisten, Jazz-/Klezmer-Bands und Ensembles überdies musikalische Akzente. Aus der Buchhandlung wurde so kurzerhand ein Konzertsaal, aus Cafés und Vortragssälen swingende Jazzkeller, eine Grammophon-Lesung brachte jüdische Künstler auf Schellackplatten im Museum zu Gehör. Ausschnitte aus Elises verbotenem Debütkonzert standen ebenso auf dem Programm wie Reminiszenzen an das Frankfurter Musikleben vor 1933. Studierende und Lehrende des Konservatoriums Dr. Hoch's waren in besonderem Maße in zahlreiche Events eingebunden.

Höhepunkte waren unter anderem die festliche Eröffnung in der Deutschen Nationalbibliothek mit den Lesungen von Dieter Graumann, Monika Held, Johnny Klinke, Maja Klostermann, Franziska Nori, Willy Praml, Sonja Vandenrath und Stefan Wolff, die beeindruckende Inszenierung eines fiktiven »Traumkapitels« des Romans mit Unterstützung junger Flüchtlinge im Theater Willy Praml, ein literarischer Jazzabend im Holzhausenschlösschen, eine multimediale Salon-Groove-Lesung in der Villa Orange mit Elektro-Jazz, Zaubertricks und viel Historie, Petra Roths Lesung zur Nacht der Museen im Haus am Dom, der Auftritt des Improtheaters »Für Garderobe keine Haftung« in der Buchhandlung Bollinger in Oberursel, eine Wohnzimmerlesung, der Abend in der Buchhandlung Schutt mit dem »Ausnahmepianisten« Julius Asal sowie der Abschluss mit Schauspielerin Leslie Malton und Mitgliedern des »Trio Chagall« am Hauptschauplatz des Romans, dem Konservatorium Dr. Hoch's.

Besonders hervorheben möchten wir die zahlreichen Buchhandelsveranstaltungen und das erneut große ehrenamtliche Engagement des Bürgerinstituts »Lesefreuden«, das allen Interessierten ein vielfältiges Programm aus vierteiliger Lesung und Stadtrundgang anbot. 

Dieter David Seuthe nahm an rund 30 Veranstaltungen persönlich teil. Besonders berührt zeigte er sich vom Programm, das für und von Frankfurter Schülerinnen und Schülern organsiert worden war. Seine Botschaft an die jungen Menschen war eindringlich: »Seid wachsam, bildet Euch Eure eigene Meinung, lasst Euch nicht manipulieren und lernt aus der Geschichte, damit sie sich nicht wiederholt.« Insgesamt waren neun Schulen in Frankfurt und Umgebung beteiligt. Bürgermeister Olaf Cunitz stattete der Lesung in der Weißfrauenschule, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprachheilförderung, einen Besuch ab und las aus dem Roman. 

Der Verein »Frankfurt liest ein Buch e. V.« bedankt sich für den gelungenen Ablauf der Veranstaltungsreihe bei Organisator Lothar Ruske, bei den Medienpartnern FRIZZ Das Magazin, Frankfurter Rundschau, hr2-kultur und Rhein-Main TV sowie bei den vielen engagierten Veranstalterinnen und Veranstaltern. Dank auch an die Förderer, den Verlag weissbooks.w, das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, das Stadtschulamt der Stadt Frankfurt am Main, die Wirtschafts- und Infrastrukturbank (WIBank) Hessen, die Naspa Stiftung, die FRAPORT AG und das Hotel Villa Orange.Ohne unsere Förderer und rund 70 teilnehmenden Kooperationspartner wäre die Ausrichtung des Lesefestes in diesem Umfang nicht möglich.

2017 findet »Frankfurt liest ein Buch« vom 24. April bis 7. Mai statt.