Grusswort

Sehr geehrte Damen und Herren,

»Frankfurt liest ein Buch« – und das in diesem Jahr zum fünften Mal.

Seit fünf Jahren begeben wir uns auf Zeitreise und Spurensuche in unserer Stadt und dürfen nebenbei literarische Wiederentdeckungen machen. Valentin Sengers »Kaiserhofstraße 12«, Wilhelm Genazinos »Abschaffel«, Silvia Tennenbaums »Straßen von gestern« und Siegfried Kracauers »Ginster« haben uns in den vergangenen Jahren die Mainmetropole aus vielen neuen Perspektiven gezeigt. Wir sahen Frankfurt zur Zeit des Ersten Weltkriegs mit den Augen des jungen »Drückebergers« Ginster, lernten die Familien Senger und Wertheim kennen und durchlitten mit ihnen die unfassbaren Schrecken des Nazi-Regimes, schweiften aber auch als grauer Angestellter mit Wilhelm Genazino durch die Straßen.

In diesem Jahr wird uns »Frankfurt liest ein Buch« in das ehemalige Gasthaus »Mentz« im lebendigen Frankfurter Nordend versetzen. Was sich dort im Laufe einer Woche im Jahre 1972 ereignet haben soll, möge man aber bitte nicht bierernst nehmen. Ganz im Gegenteil: »Frankfurt liest ein Buch« feiert in diesem Jahr mit Eckhard Henscheids »Die Vollidioten« den vielleicht komischsten Roman der deutschen Nachkriegsliteratur.

Als Schirmherr möchte ich den Veranstalterinnen und Veranstaltern und dem Verein »Frankfurt liest ein Buch e.V.« für fünf Jahre Engagement und ansteckende Begeisterung fürs Lesen danken. Die große Resonanz bei Publikum und Medien zeigt, dass dieses außergewöhnliche Stadt-Lese-Projekt jedes Jahr auf’s Neue gelingt.

Ich freue mich auf zwei Wochen Literatur in unserer Stadt, auf viele persönliche Begegnungen mit dem Autor Eckhard Henscheid und auf seinen Humor, vor allem aber auf das gemeinsame Lachen mit Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen

Peter Feldmann
Oberbürgermeister
der Stadt Frankfurt am Main


Peter Feldmann
Foto: Frank Widmann