Grusswort

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Gedanke, sich, über einen gewissen Zeitraum hinweg, ausführlich mit einem Buch zu beschäftigen, es von verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, zum Gesprächsthema in der Stadt und Region und zum Ausgangspunkt für persönliche Begegnungen und Gespräche werden zu lassen, begeistert und erscheint heute wichtiger und kostbarer denn je. Lesen ist unsere Kultur, vermittelt Gemeinsamkeiten und schafft in unserer Fantasie Welten, die mit anderen geteilt werden möchten.

Und doch nennt sich dieser Lesemarathon nicht »Eine Stadt liest ein Buch«, sondern »Frankfurt liest ein Buch«. Warum? Weil jedes ausgewählte Buch und sein Autor / seine Autorin – und das ist das Einzigartige an der Idee dieses Lesefestes – in einem besonderen Verhältnis zu unserer Stadt stehen und in besonderem Maße in Frankfurt erlebbar sind. Mit Valentin Senger reisten wir ins Frankfurt der 1930er Jahre, 2011 galt es gemeinsam mit Wilhelm Genazino die Mainmetropole der 1970er Jahre zu entdecken. 2012 fühlten und lebten wir zwei Wochen lang in den »Straßen von gestern« mit der wunderbaren Silvia Tennenbaum.

In diesem Jahr freuen wir uns auf einen Frankfurter Autor, Journalisten, Soziologen und Filmkritiker von Rang, auf einen besonders vielseitigen, auf einen, der unsere Stadt geprägt hat und dem man an vielen Orten in der Stadt noch heute begegnen kann: Siegfried Kracauer. Dem großen Engagement aller Beteiligten – allen voran dem Verein »Frankfurt liest ein Buch e.V.« - ist es zu verdanken, dass wir seinen (Anti-)Kriegsroman »Ginster« in Frankfurt neu verorten und erleben dürfen.

Sehr gerne habe ich die Schirmherrschaft für dieses außergewöhnliche Projekt übernommen und bin gespannt auf zwei Wochen Literatur an den unterschiedlichsten Orten in Frankfurt am Main.


Mit freundlichen Grüßen

Peter Feldmann
Oberbürgermeister
der Stadt Frankfurt am Main

 

 


Foto: Frank Widmann