Buch

Silvia Tennenbaum »Straßen von gestern«

Dort, wo heute in Frankfurt die Doppeltürme der Deutschen Bank aufragen, kommt 1903 Lene Wertheim zur Welt. Die Wertheims sind eine alteingesessene jüdische Familie im feinen Westend, mit festen Grundsätzen und Regeln. Man feiert Weihnachten als prunkvolles Familienfest – zum Entsetzen der orthodoxen Verwandtschaft. »Die Juden sind wie alle anderen, und wenn sie es nicht sind, sollten sie es sein«, erklärt Eduard Wertheim, Bankier, Kunstsammler und Mäzen, seinen Nichten und Neffen. Jacob, der Intellektuelle in der Familie, gründet eine Buchhandlung am Römer. Lene erhält 1938 in Paris für sich, ihren zweiten Mann und ihre Tochter Ausreisevisa für die USA. Aber nicht alle Wertheims haben das Glück, sich rechtzeitig vor den Nazis in Sicherheit bringen zu können.
Die Geschichte der Wertheims, vier Generationen überblickend, beginnt im Frankfurter Westend am Anfang des Jahrhunderts und endet mit dem Ausgang des Zweiten Weltkriegs. Wie die mit ihnen verschwägerten Süßkinds sind sie echte Frankfurter: Was sie erlebten, im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und im »Dritten Reich«, erfuhren Hunderttausende von Familien, die im deutschen Bürgertum einen bedeutenden, aber auch beneideten Platz einnahmen.




»Ich möchte das Buch kaufen!«


Roman
Aus dem Englischen
von Ulla de Herrera
656 Seiten. Gebunden. 
Schöffling & Co.
€ 19,95
ISBN 978-3-89561-486-6

Pressestimmen zur Neuausgabe

»Straßen von gestern liest sich, als sei das Buch gerade eben erst verfasst, es ist voller liebevoll beschriebener Orte, die den Frankfurtern seit langem und noch immer teuer sind, von der Alten Oper bis zum Palmengarten. Umso größeren Effekt entfaltet in dieser bekannten Kulisse die Schilderung der planmäßigen Entrechtung der Frankfurter Juden. Es ist, als brächen Unrecht, Tod und Mord in die Stadt ein, in der man zu Hause ist, ganz so, wie es die Wertheims empfanden, als alles begann.«
Florian Balke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Der stark autobiographisch gefärbte Roman Silvia Tennenbaums beeindruckt durch die auhentische Schilderung der Personen und viel Frankfurter Lokalkolorit. Mit Liebe zum Detail gelingen der Autorin eindrucksvolle Szenen, beispielsweise die Beschreibung des Weihnachtsfestes zu Beginn des Romans. ... Je länger man liest, umso vertrauter werden die Figuren, bis man das Buch schließlich kaum noch aus der Hand legen möchte. Es lohnt sich, diesen wichtigen Frankfurter Gesellschaftsroman, der ein anschauliches Bild von der verloren gegangenen reichhaltigen jüdischen Kultur vermittelt, wieder zu entdecken.«
Andreas Dickerboom, Hessischer Rundfunk Online

»Mit viel Liebe zum Detail. … Ein Roman, der bildstark und authentisch ist.«
FreundinDONNA


Pressestimmen zur Erstausgabe

»Das sind lebhafte Portraits, geprägt von Liebe und anschaulichen Details.«
Faiga Levine, Washington Post 

»In ihrem beeindruckenden zweiten Roman kreiert Tennenbaum ein fesselndes Bild einer Familie, deren Leben sich unwiderruflich ändert, als sie vom Sog der Geschichte mitgerissen wird.«
Publishers Weekly 

»Thomas Manns Buddenbrooks diente Tennenbaum als Vorbild ihres lebendig geschriebenen Werks, das den Leser die vergangene Atmosphäre jener Zeit spüren lässt.«
Katja Möhrle, Frankfurter Allgemeine Zeitung