25. April 2012: »Letztlich kam man doch immer auf Goethe zurück.«


Die Teilnehmner studieren die ausgelegten Archivalien
Die Teilnehmner studieren die ausgelegten Archivalien
Wolfgang Schopf beginnt die Veranstaltung mit der Lesung einer Textstelle aus »Straßen von gestern«
Wolfgang Schopf beginnt die Veranstaltung mit der Lesung einer Textstelle aus »Straßen von gestern«
Michael Maaser erzählt den Teilnehmern von interessanten Archivfunden zur Familie Pfeiffer-Belli
Michael Maaser erzählt den Teilnehmern von interessanten Archivfunden zur Familie Pfeiffer-Belli
Wolfgang Schopf liest über Goethe
Wolfgang Schopf liest über Goethe
Michael Maaser zeigt den Teilnehmern ein Teil des Goethe-Hauses, das im Universitätsarchiv liegt
Michael Maaser zeigt den Teilnehmern ein Teil des Goethe-Hauses, das im Universitätsarchiv liegt

Das Archiv der Goethe-Universität öffnet seine Pforten: Unter dem Titel »Letztlich kam man doch immer auf Goethe zurück« luden Michael Maaser, Leiter des Archivs, und Wolfgang Schopf, für das Literaturarchiv verantwortlich, in ihre Räumlichkeiten ein. Anlässlich der insgesamt dritten Veranstaltung der Goethe-Universität im Rahmen von  »Frankfurt liest ein Buch«,stellte Michael Maaser die Arbeit des Archivs vor, das sich durch Veranstaltungen nun öfter der Stadt öffnen will. Der Schatz des Archivs: zahlreiche Unikate, Handschriften, aber auch Möbel und eine eigene Kunstsammlung. Tolle Fundstücke beförderte das Archiv auch bei seinen Vorbereitungen zu Tage: beispielsweise einen Mitschrieb Pfeiffer-Bellis von T. W. Adornos Antrittsvorlesung Probleme der Ästhetik; eine Vorlesung, die als unüberliefert galt.
 
Wilhelm Pfeiffer-Belli, der Großvater von Silvia Tennenbaum, wirkte ab den 1920 Jahren als Goethe-Forscher an der Frankfurter Universität. Im Wechselspiel stellten Maaser und Schopf Fundstücke zum Thema vor. Den Satz »Letztlich kam man doch immer auf Goethe zurück«, ein Zitat aus einem Brief von Eduard Wertheim aus dem Roman Straßen von gestern, brachten beide in Zusammenhang mit einer Schilderung aus Goethes Dichtung und Wahrheit.
War Goethe aber wirklich dieser freiheitsliebende und humanistische Denker, als den ihn das Großbürgertum der Weimarer Republik zeichnete? Oder war er nicht vielmehr ein »Fürstenknecht« (so Schopf)?
Doch unabhängig von politischen Anschauunge verleibten sich alle »ihren« Goethe ein und glaubten, die Deutungshoheit über sein Werk zu besitzen - unabhängig ob Nationalsozialisten, Exilianten und das Nachkriegsdeutschland mit Thomas Mann und Peter Suhrkamp. Darauf ging Schopf im Folgenden ein und verknüpfte den Gedanken mit dem Wirken Pfeiffer-Bellis an der Universität.


Ein spannender Vormittag, der mosaikhaft doch ein Gesamtbild der Goethe-Rezeption schaffte und vermuten lässt, wie viel Spannendes sich in den Gewölben des Archivs verbirgt.