20. April 2012: Dem Wahren, Schönen, Guten

Der dekorierte Eingang des Nachbarschaftszentrums Ostend
Der dekorierte Eingang des Nachbarschaftszentrums Ostend

Der Büchertisch
Der Büchertisch
Das Nachbarschaftszentrum ist bis auf den letzten Platz besetzt
Das Nachbarschaftszentrum ist bis auf den letzten Platz besetzt


Nachdem der Literaturkreis Kantstraße schon zu Wilhelm Genazinos Abschaffel eine höchst erfolgreiche Lesung im Nachbarschaftszentrum Ostend abgehalten hatte, ist es nun zu einer kleinen Tradition geworden, dass die sechs engagierten Literaturbegeisterten um Leiterin Helga Irsch-Breuer sich in den Räumen der Uhlandstraße 50 einfinden, um bei »Frankfurt liest ein Buch« mitzumachen. Silvia Tennenbaums Straßen von gestern näherte sich ihr Literaturkreis unter dem Goethe-Motto »Dem Wahren, Schönen, Guten« und entfaltete die Geschichte jüdischen Lebens von den Wurzeln im Ghetto über dessen Überwindung zwischen Tradition und Assimilation. Die Textauswahl betonte den kulturellen und mäzenatischen Beitrag jüdischer Bürger am Beispiel der Romanfiguren, zeichnete die Zerstörung und Pervertierung des »Wahren, Schönen, Guten« in den Jahren des Nazi-Terrors nach und fragte nach dem weiteren Schicksal der Familienmitglieder des Buches, thematisierte Tod, Emigration und den Aufruf des Buchs an spätere Generationen.
Die virtuos inszenierte Lesung im Wechsel wurde jeweils von kundigen und spannenden Erläuterungen Helga Irsch-Breuers eingeführt und von Mezzosopranistin Gesche Müller, am Klavier begleitet von Friedlinde Adt-Bauckhage, mit Liedern jüdischer Komponisten musikalisch umrahmt.