»Deutschlands wunderbarstes und sinnvollstes Lesefest!«
DIE ZEIT

Frankfurt liest ein Buch 2023: 24. April bis 7. Mai 2023 

Ich sagte meiner Mutter auf dem Heimweg, welches Wort ich gehört hatte, kurz vor dem Stoß. Ich fragte, was es bedeutete. »Es ist ein Schimpfwort«, sagte sie. »Aber du kannst nicht gemeint sein. Du bist Deutsche.« Deniz Ohde, Streulicht

 

Frankfurt liest ein Buch« geht in eine neue Runde! Im 14. Jahr steht mit der jungen Autorin Deniz Ohde erstmals eine Debütantin im Zentrum des Lesefests. Ihr Roman Streulicht (Suhrkamp Verlag) wurde vielfach ausgezeichnet.

Alle interessierten Veranstalter sind eingeladen, bei »Frankfurt liest ein Buch 2023« mitzumachen.

Infos zum Buch, zu den Themen und Orten können Sie hier herunterladen.

Hier finden Sie das Formular zur Anmeldung Ihrer Veranstaltung. Bis 2. Dezember 2022 können Sie sich bei Lothar Ruske über lothar.ruske@frankfurt-liest-ein-buch.de anmelden.

Den Ankündigungstext für Ihre Veranstaltung können Sie hier eintragen und bitte bis 6. Januar 2023 an redaktion@frankfurt-liest-ein-buch.de schicken. Wir nehmen Ihre Veranstaltung gerne in das Programmheft und den Veranstaltungskalender der Website auf.

Wenn Sie kostenfreie Werbemittel für Ihre Veranstaltung benötigen, können Sie diese hier bestellen.

 

Das Buch

Deniz Ohde: Streulicht 
Erstausgabe 17.08.2020 
Neuausgabe mit einem Nachwort der Autorin im Dezember 2022
Fester Einband, ca. 280 Seiten
€ 18,- (D)
ISBN 978-3-518-43129-0
Suhrkamp Verlag 

In ihrem gefeierten Debütroman erkundet Deniz Ohde die Sollbruchstellen im Leben der Erzählerin und erzählt von den Zuschreibungen und Erwartungen an sie als Arbeiterkind, der Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit und dem Versuch, sich von der verinnerlichten Abwertung zu befreien. Industrieschnee markiert die Grenzen des Orts, eine feine Säure liegt in der Luft, und hinter der Werksbrücke rauschen die Fertigungshallen, wo der Vater tagein, tagaus Aluminium­bleche beizt. Hier ist die Ich-Erzählerin aufgewachsen, hierher kommt sie zurück, als ihre Kindheitsfreunde heiraten. Und während sie die alten Wege geht, erinnert sie sich: an den Vater und den erblindeten Großvater, die kaum sprachen, die keine Veränderungen wollten und nichts wegwerfen konnten, bis der Hausrat aus allen Schränken quoll. An die Mutter, deren Freiheitsdrang in der Enge einer west­deutschen Arbeiterwohnung erstickte, ehe sie in einem kurzen Aufbegehren die Koffer packte und die Tochter beim trinkenden Vater ließ. An den frühen Schulabbruch und die Anstrengung, im zweiten Anlauf Versäumtes nachzuholen, an die Scham und die Angst – zuerst davor, nicht zu bestehen, dann davor, als Aufsteigerin auf ihren Platz zurückverwiesen zu werden.

 

Die Autorin

  © Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag

Deniz Ohde, geboren 1988 in Frankfurt am Main, studierte Germanistik in Leipzig, wo sie heute auch lebt. Für ihren Debüt­roman Streulicht, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreis stand, wurde sie mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und dem aspekte-Literatur­preis 2020 ausgezeichnet.